Hauszeitung KurT´s

Unser Hausmagazin heißt KurT's!

Der Name erinnert an den Gründer der Wohnresidenzen in Ruppichteroth, Hennef und neuerdings auch in Neunkirchen-Seelscheid: Kurt Brähmer.

KurT’s ist gleichzeitig auch eine Wortschöpfung, die die Namen der beiden Häuser Kurhaus am Park und Haus Tusculum zusammenfasst. Das Magazin KurT’s berichtet Monat für Monat aktuell und interessant über das Leben in unseren verschiedenen Häusern.

KurT's schreibt außerdem über verschiedene Aspekte des „Wohlfühlens“ , bringt regelmäßig kleine Reise-Reportagen und recherchiert „Termine & mehr“. Die Mitarbeit in der KurT's-Redaktion ist ausdrücklich erwünscht. KurT’s erscheint alle zwei Monate & ist kostenlos.

Die aktuelle Ausgaben zum Download gibt es rechts. 

Topthema im Juni/ Juli: Kleine Tat – Große Wirkung

Die Spende deines Lebens

Hallo, mein Name ist Hannah Steimel. Ich bin 20 Jahre alt und kenne das Kurhaus am Park durch meine Mutter Gabi Steimel, die dort im Sozialtherapeutischen Dienst arbeitet. Vielleicht kennen mich auch noch einige Bewohner, da ich eine Zeit lang beim Samstagstreff geholfen habe.

Ich möchte Ihnen von meinen Erfahrungen als DKMS-Spenderin erzählen.

Die DKMS (Deutsche Knochenmarksspende) gibt es seit 1991 und vermittelt Stammzellspenden an Menschen, die an Leukämie (Blutkrebs) erkrankt sind. Stammzellen haben in unserem Körper eine Art „Reparaturfunktion“ und sind somit im Kampf gegen den Blutkrebs sehr wichtig. Einige Erkrankte finden einen passenden Spender innerhalb der eigenen Familie (Die Chance liegt bei 25 Prozent). Die Wahrscheinlichkeit außerhalb der Familie jemanden zu finden, liegt im besten Fall bei 1 zu 20.000 — und im schlechtesten Fall bei 1 zu mehreren Millionen. Für die Stammzellspende müssen die Gewebemerkmale des Spenders und des Empfängers fast 100 Prozent übereinstimmen. Das macht es so schwierig.

Ich bin zur Zeit in der Ausbildung zur Erzieherin in Köln. Dort erzählte uns eine Lehrerin über die DKMS und wie einfach man sich dort registrieren lassen kann, um dann eventuell als Spender ein Leben zu retten.

Die DKMS ließ mir einen Brief mit einem großen Wattestäbchen zukommen. Damit entnahm ich eine Speichelprobe und schickte diese zurück an die DKMS.

Somit war das Thema eigentlich für mich erst einmal erledigt und ich konnte in Ruhe für ein Praktikum nach Österreich gehen. Irgendwann bekam ich einen Anruf von der DKMS, in dem man mir mitteilte, dass ich als Spender in Frage komme.

In Hennef war ein Paket der DKMS angekommen mit der Bitte, die beiliegenden Blutentnahmeröhrchen beim Hausarzt befüllen zu lassen, da die Chance bestand, einen Empfänger gefunden zu haben. Da ich ja in Österreich war, schickten sie mir das gleiche Paket nach Österreich, damit mir dort ein Arzt Blut abnehmen konnte. Das zeigte mir ganz klar, wie dringend die „Sache“ war.

Zurück in Hennef hörte ich bis Mitte Januar zunächst nichts, bevor dann eine Einladung zur weiteren Untersuchung bei mir ankam, da man einen passenden Empfänger gefunden hatte.

Bei dem Termin wurde ich komplett „auf den Kopf“ gestellt und der Ablauf wurde mir genau erklärt. Es wurde ernst, man hatte wirklich jemanden gefunden.

Spendetermin sollte der 5. Februar 2019 sein. Damit ich möglichst viele Stammzellen spenden konnte, musste ab dem 1. Februar 2019 zweimal täglich ein bestimmtes Medikament gespritzt werden. Dadurch wird erreicht, dass die Stammzellen sich stark vermehren.

Das Spritzen hat meine Mutter übernommen.

Ende Januar kam ein Anruf der DKMS, dass es „meinem Empfänger“ aufgrund eines Infektes so schlecht ging, dass sich die Spende auf den 26. Februar 2019 verschob.

Ab dem 22. Februar ging es dann los. Morgens und abends gab es eine Spritze und am 26. fuhren wir in die Klinik zur Stammzellenspende. Ich war schon ganz schön aufgeregt, Mama auch. Aber wir wurden supernett mit neun weiteren Spendern empfangen. Anschließend wurden mir links und rechts Zugänge gelegt und ich wurde an eine Maschine angeschlossen, die die Stammzellen aus dem Blut filtern soll. Links lief mein Blut hinaus, die Maschine filterte die Stammzellen heraus, und rechts lief mein Blut ohne meine Stammzellen wieder herein. Diesen Vorgang nennt man auch Apharese oder Blutwäsche. In der Zeit konnte man Filme schauen, zu mehr war ich nicht in der Lage. Nach anstrengenden fünf Stunden durfte ich dann nach Hause und darüber war ich sehr froh. ABER es ist wirklich machbar.

Am nächsten Tag kam ein Anruf der DKMS, die sich nach meinem Befinden erkundigte und wissen wollte, ob ich etwas über den Empfänger wissen möchte.

Und wie ich das wollte…

„Meine“ Empfängerin ist eine etwa 30 bis 40 jährige Frau aus Schweden und ich gab bei der DKMS den Wunsch an, weiterhin über ihren Gesundheitszustand informiert zu werden.

Ich wünsche der „Frau aus Schweden“ alles Gute und vielleicht kann ich ja auch mal meinen „Stammzellzwilling“ treffen.

Außerdem wünsche ich mir, dass sich mehr Menschen bei der DKMS registrieren lassen, es ist so einfach und wirklich machbar.


Hannah Steimel

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