Hauszeitung KurT´s

Unser Hausmagazin heißt KurT's!

Der Name erinnert an den Gründer der Wohnresidenzen in Ruppichteroth, Hennef und neuerdings auch in Neunkirchen-Seelscheid: Kurt Brähmer.

KurT’s ist gleichzeitig auch eine Wortschöpfung, die die Namen der beiden Häuser Kurhaus am Park und Haus Tusculum zusammenfasst. Das Magazin KurT’s berichtet Monat für Monat aktuell und interessant über das Leben in unseren verschiedenen Häusern.

KurT's schreibt außerdem über verschiedene Aspekte des „Wohlfühlens“ , bringt regelmäßig kleine Reise-Reportagen und recherchiert „Termine & mehr“. Die Mitarbeit in der KurT's-Redaktion ist ausdrücklich erwünscht. KurT’s erscheint alle zwei Monate & ist kostenlos.

Die aktuelle Ausgaben zum Download gibt es rechts. 

Topthema im April/ Mai: Eisenbahn - Meine Leidenschaft

 

Eisenbahnen, ob hochmoderner Hochgeschwindigkeitszug oder traditionelle Dampflok, finden viele Anhänger. Ihre Größe und Kraft haben etwas, das uns ein Staunen abringt. Die Komplexität und Feingliedrigkeit ihrer kleinen Geschwister, den Modelleisenbahnen, begeistern den technikinteressierten Feinmotoriker.

Heute berichtet uns Roland Maier von seinem Hobby.

Er geht regelmäßig im Haus Tusculum ein und aus und besucht seine Schwiegermutter, die auf der Wohngruppe Wiesenblick lebt. Und er bringt seine Interessen mit ins Haus, vor allem seine Leidenschaft für Eisenbahnen. Als wir vor einem Jahr die Schauvitrinen auf der Wohngruppe Wiesenblick neu gestalteten, bot er sich an, eine zu übernehmen und mit Modelleisenbahnexemplaren zu füllen. Heute pflegt er sie, unterhält sich mit Bewohnern darüber und manchmal kann man ihn mit dem Staubpinselchen bei der Arbeit sehen.

Wir profitieren von einer Begeisterung, die bei ihm schon in frühen Kindheitstagen begonnen hat und von der er uns im Folgenden erzählt:

Als ich vier Jahre alt war, bezogen meine Eltern eine Wohnung in Bensberg. Sie lag ganz in der Nähe des Bahndamms, an der Strecke zwischen Bergisch-Gladbach und Bensberg: zwei Gärten, eine kleine Straße, und schon waren wir an der Böschung, die zum Damm hochführte. Ich war völlig fasziniert in diesem Alter, immer pünktlich am Nachmittag kam um vier Uhr der große Güterzug. Wir Kinder hatten schnell eine innere Uhr: egal ob wir Fußball auf dem Platz oder im nahen Wäldchen spielten. Zu dieser bestimmten Zeit sind wir hochgerast und haben unser Ohr auf die Schienen gelegt... Nein, das haben wir natürlich nicht gemacht, wir hatten schon Respekt! Neben dem Gleis stand eine Eiche mit flacher Krone, dort haben wir uns zu drei, vier Jungen draufgelegt, um das Schauspiel von oben beobachten zu können. Und dann kam sie, die große Lok! Heute weiß ich, dass es eine Dampflock der Baureihe 555628 SAAR-G-8.1 war, die viele Waggons hinter sich herzog. SAAR steht dafür, dass sie im Saargebiet gebaut wurde, G für Güterzug und die Eins nach der Acht, dass sie nicht mit einem Vorlaufrad ausgestattet ist. Aber das nur für Eingeweihte...

Es kam so weit, dass ich in der 8. Klasse zum Thema „Beschreibung von Geräuschen, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben“ einen Aufsatz schieb mit dem Titel „Ein Zug kommt heran“. Ich erhielt eine super 1 A dafür und muss heute noch lächeln. Nichts kannte ich besser!

Diesen Aufsatz habe ich sogar noch im Original zu Hause: „Dort, wo sich in der Ferne die beiden Schienenstränge zu treffen scheinen, wird eine weiße Rauchfahne sichtbar. (...) Das herannahende Ungetüm ist jetzt nur noch 30 Meter entfernt. Das Zischen, das Donnern und ab und zu auch ein Quietschen wird lauter und immer lauter. Jetzt mischt sich noch das Geklapper der Treibstangen dazwischen. Da! Jetzt rumpelt und donnert der Zug in unglaublicher Geschwindigkeit heran. (...) Als auch dieses Geräusch verstummt ist, schimmern nur noch die roten Schlusslichter in der Abenddämmerung.“

Meine Eltern bekamen das mit und als ich acht Jahre alt war, erhielt ich das schönste Weihnachtgeschenk meines Lebens! Eine Modelleisenbahn, geschraubt auf eine Platte, mit zweigleisigem Bahnhof und einer Wassermühle, die surrte und schnurrte. Es war eine echte Überraschung. Ich musste an Heiligabend immer bei den Nachbarn warten, bis die Geschenke unter dem Baum aufgebaut waren. Diesmal mussten meine Eltern das Geschenk über den Balkon in die kleine Wohnung reinheben. Sie können sich natürlich vorstellen, dass ich bei diesem Anblick völlig nervös wurde und das obligatorische Gedicht halb untergegangen ist. Die Leidenschaft für Modelleisenbahnen nahm ihren Lauf.

Mein Bruder ist viele Jahre jünger als ich und nach seiner Geburt musste meine Bahn sehr leiden. Dennoch hatten wir beide sehr viel später, als ich meinen zweiten Bildungsweg machte und wieder länger zu Hause wohnte, eine sehr gute gemeinsame Eisenbahnzeit. In ihm war auch die Leidenschaft erwacht, er war der Techniker, ich hing eher dem Landschaftsbau an. Und so bauten wir gemeinsam im Keller, wo früher Kohlen lagen, über viele Monate eine große Platte auf.

Mein Bruder war schon früher geschäftstüchtig und besorgte auf Flohmärkten Gebäude, Dampfloks und „rollendes Material“. Bei mir litt die Ausbildungskasse etwas, das waren ja schon beträchtliche Investitionen. Wir legten Wert auf jedes Detail: Die Dampfloks wurden alle mit einem Dampfeinsatz ausgestattet, damit es bei der Fahrt aus dem Schornstein schmauchte. Waggons bekamen eine selbstgebastelte Schlussbeleuchtung, wir löteten und bauten und kannten bald jedes technische Detail und deren Finesse. So bauten wir uns eine Phantasiewelt, an der alles stimmen musste: … Mehr oder die ganze Ausgabe lesen


Roland Maier,

das Interview führte Uta Liffmann

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