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Hauszeitung KurT´s

Unser Hausmagazin heißt KurT's!

Der Name erinnert an den Gründer der Wohnresidenzen in Ruppichteroth, Hennef und neuerdings auch in Neunkirchen-Seelscheid: Kurt Brähmer.

KurT’s ist gleichzeitig auch eine Wortschöpfung, die die Namen der beiden Häuser Kurhaus am Park und Haus Tusculumzusammenfasst. Das Magazin KurT’s berichtet Monat für Monat aktuell und interessant über das Leben in unseren verschiedenen Häusern.

KurT's schreibt außerdem über verschiedene Aspekte des „Wohlfühlens“ , bringt regelmäßig kleine Reise-Reportagen und recherchiert „Termine & mehr“. Die Mitarbeit in der KurT's-Redaktion ist ausdrücklich erwünscht. KurT’s erscheint alle zwei Monate & ist kostenlos.

Die aktuelle Ausgaben zum Download gibt es rechts. 

Topthema im Dezember/Januar: Weihnachten damals und heute

Liebe Leserinnen und Leser,

nun gehen wir mit großen Schritten auf Weihnachten zu, das Fest der Liebe. Ich habe mir nicht nehmen lassen, mit einigen Bewohnern über ihre früheren Weihnachten zu sprechen. Die meisten haben gerne mit mir darüber gesprochen und beim Erzählen schaute ich in leuchtende und fröhliche Augen. Ich möchte mit Ihnen gemeinsam auf die früheren Zeiten zurückblicken und schauen, wie unsere Bewohner Weihnachten gefeiert haben. Was ist aus vielen Traditionen geworden? Und wie wird heute Weihnachten gefeiert?

Viele erzählten, Weihnachten sei früher geheimnisvoller gewesen und man habe sich sehr über die kleinen Dinge gefreut. Der Advent hat sich im Laufe der Zeit ebenfalls deutlich verändert: Wurde er ursprünglich als Fastenzeit begangen, wird in der Gegenwart das Brauchtum des Weihnachtsfestes von vielen zunehmend in den Advent vorverlegt. Weihnachtsbäume, Weihnachtsmänner und Weihnachtsschmuck sind heute teilweise schon viele Wochen vor dem 24. Dezember in den Geschäften. Der Verkauf von Weihnachtsplätzchen, Lebkuchen oder Stollen läuft vom Handel mitunter schon im August an. Die Adventszeit war früher schon ganz anders. Während man heutzutage meist nicht an den Weihnachtsmärkten mit dem vielen Christbaumschmuck, Kerzen, Kunsthandwerk und Glühwein vorbei kommt, war der Weihnachtsmarkt im Mittelalter kein richtiger Markt sondern eine Handelsmesse. Das heißt, dass dort nur Händler waren und ihre Ware anboten, und diese mussten nicht unbedingt zu Weihnachten passen. Vergleichbares sieht man heute noch auf dem traditionellen Mittelaltermarkt zur Adventszeit in Siegburg. Später wurde dann auch Weihnachtsschmuck verkauft, aber erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich die besondere Atmosphäre, die wir auf den heutigen Weihnachtsmärkten wiederfinden.

Der Weihnachtsbaum hingegen durfte in keinem Haushalt fehlen. Dieser wurde von den Männern des Hauses im nahe gelegenen Wald selbst geschlagen, schon recht früh aufgestellt in einem mit Wasser befüllten Tannenbaumständer.

Eine Bewohnerin erzählte mir, dass ihr Weihnachtsbaum mit Schiffen aus Stoff, Engeln mit Flöten und roten Glaskugeln geschmückt wurde. Eine andere Dame erzählte, dass ihr Weihnachtsbaum mit echten Kerzen, Äpfeln, Nüssen und Orangenschalen behangen wurde. Ein Hausfrauentipp war wohl, die Kerzen in Salzwasser zu legen, damit sie länger brennen und so länger halten. Die Weihnachtskugeln waren aus Glas und nicht wie heute aus Kunststoff, wodurch sie zwar zerbrechlicher, aber auch wesentlich wertvoller waren. Auch früher wurde der Baum schon vom Christkind geschmückt. Dabei wurde die Türe abgeschlossen und die Rollladen im Wohnzimmer runter gemacht, damit man bloß nicht spinksen konnte. Auch heute wird das noch gemacht aber heutzutage gibt es neben echten Tannen aus dem Nadelwald auch künstliche Tannenbäume,

die nicht nadeln. Die sogenannten künstlichen Bäume gibt es in vielen verschiedenen Farben und haben den Vorteil, dass man sie jedes Jahr wieder verwenden kann. Nicht nur der Baum hat sich verändert, auch der Baumschmuck ist viel bunter geworden. Die Kugeln sind nicht nur aus Glas, sondern oft aus Kunststoff, in allen möglichen Farben. Der Baum wird mit Lametta geschmückt und es wird eine Lichterkette hinein gehangen.

Früher sowie heute wurden viele Plätzchen, Lebkuchenherzen oder Christstollen gebacken. Zu Weihnachten gibt es viele Leckereien die, leider heutzutage viel zu früh, in die Supermärkte kommen. Früher gab es es nur Lebkuchen und diesen dann auch nur ein paar Tage vor dem Heiligen Abend beim Bäcker.

Eine weitere Tradition ist der gemeinsame Kirchgang. Früher ist man Abends in die Christmette gegangen, diese fand dann um Mitternacht statt. Teils sind die Menschen bis zu 20 Kilometer in das nächst größere Dorf gelaufen, um an der heiligen Messe teil zunehmen. Heutzutage fährt man mit dem Auto zur Kirche und man kann sich aussuchen, zu welcher Messe man gehen möchte, da heute mehrere angeboten werden. Meistens am Morgen, gegen Mittag oder Nachmittag und dann eben die Abendmesse, die um 23 Uhr stattfindet.

Auch das Weihnachtsessen hat sich in den Jahren verändert. Früher hatte man nicht viel und wenn man im Rheinland gewohnt hat, gab es traditionell Kartoffelsalat mit Würstchen. Heutzutage wird Wild gemacht oder ein Braten mit verschiedenem Gemüse, Bohnen oder Erbsen und Möhren oder Rotkohl, oder von allem ein bisschen. So vornehm war dies damals noch nicht.

Einer der größten Unterschiede zwischen Früher und Heute sind jedoch die Geschenke. Dies hörte ich auch von vielen Bewohnern, die erzählten, dass ihr Puppenhaus einen neuen Anstrich bekommen habe, oder der Teddy wieder beide Arme hatte, oder ihre Puppe ein neues Kleid bekommen habe. Das Spielzeug war meistens aus Holz. Heute hingegen drängen sich Menschenmassen durch die Städte, Paketboten haben viel mehr zu tun. Und vor allem haben viele Geschäfte am Heiligen Abend für ein paar Stunden geöffnet, da es genug Kunden gibt, die dann noch einkaufen müssen. Früher ging es um die Geste, heutzutage findet ein Wettkampf statt um die teuersten Geschenke. Weihnachten hat sich in den letzten Jahren, was die Geschenke betrifft, zum Konsum entwickelt.

Im häuslichen Kreise, am Heiligabend und am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag, war es früher ein alter Weihnachtsbrauch zu singen und zu musizieren. In einer Zeit zurückgehender Kenntnisse von Volksliedern und Kirchenliedern gehören bei vielen Menschen im deutschsprachigen Raum deutsche Weihnachtslieder zum Restbestand des traditionellen deutschsprachigen Liedguts, bei dem sie noch mitsingen können. Aber auch diese Kenntnisse nehmen immer mehr ab. Als Oma und Opa Kinder waren, galt das Singen an Weihnachten als Pflicht: Erst wurde gesungen und man hat ein Gedicht aufgesagt, dann kam die Bescherung. Früher wurde Weihnachten als christliches Familienfest begangen. Die Weihnachtsgeschichte wurde vorgelesen, Weihnachtslieder wurden gemeinsam gesungen und die Kinder glaubten länger an das Christkind. „Früher war Familie wichtiger, heute geht es eher um Geschenke und den Konsum“, sagte eine Bewohnerin zu mir.

Wie sagt man so schön? „Früher war alles besser.“ Unsere Seniorinnen und Senioren finden Weihnachten von früher so, wie sie es kennen, schicker, traditionsreicher, förmlicher und geselliger. Mich hat diese Ansicht der Bewohner zum Nachdenken gebracht. Sie vielleicht auch?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Gesundheit, Zufriedenheit und Glück, und vor allem eine schöne besinnliche Weihnachtszeit.

Laura Orth,

Kurhaus am Park

 

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